Zum Teufel mit den lokalen Shops

Zum Teufel mit den lokalen Shops

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… oder sind sie doch eher ein Geschenk des Himmels?

Was soll das ganze eigentlich mit lokal kaufen? Das nächste Buch oder Geburtstagsgeschenk bestell ich – genau wie alle anderen – wieder beim Online-Giganten.

„Einmal hin, alles drin“ – aber war das nicht der Slogan einer quasi insolventen Supermarktkette? Also ist das „alles in Einem“ Prinzip auch nicht immer die Lizenz zum Überleben.

Warum überhaupt lokal kaufen?

Warum soll ich mir denn überhaupt die Mühe machen, die Geschenke und sonstigen Dinge des Lebens bei lokalen Händlern zu besorgen?

  • Besserer Service?
  • Günstigere Produkte?
  • Gutes Gewissen?
  • Mehr Auswahl?
  • Soziale und regionale Verantwortung?
  • Wunschprodukt sofort erhalten?

Seien wir ehrlich. Die harten Fakten sprechen meistens gegen die Läden in unseren Innenstädten oder kleinen Gemeinden.

Günstigere Produkte

Natürlich können die großen Online-Giganten über die Masse gesehen ganz andere Preise anbieten. Da kann ein kleiner Händler selten mithalten. Wenn ich rein auf den Preise schaue, brauche ich mich gar nicht auf den Weg zum Geschäft machen.

Trotz allem sei gesagt, dass auch der eine oder andere regionale Händler bereit ist, mit seinem Preis etwas runter zu gehen, wenn man ihn freundlich danach fragt. Je mehr ich natürlich bei einem Geschäft einkaufe und je besser mich der Händler kennt, umso wahrscheinlicher ist der Rabatt.

Aber ob es allein der Preis ist, der verkauft, ist sicherlich fraglich.

Besserer Service und Beratung

Wenn wir lediglich über den Preis diskutieren, dann finde ich es schade, dass viele Käufer vergessen, dass auch die Beratung, die mir ein lokaler Händler gibt, einen Wert hat. Sich regional im Fachgeschäft beraten zu lassen und dann online kaufen, geht aus meiner Sicht gar nicht.

Auf der anderen Seite erwarte ich dann allerdings auch von den Fachgeschäften, dass sie diesen Vorteil geschickt nutzen und qualifiziertes Personal zur Beratung vor Ort haben.

Der Lockdown bzw. Lockdown light hatte seinen Tribut bei uns gefordert und die Haushaltsgeräte in kurzen Abständen an ihre Grenzen gebracht. Laptop, Kaffeevollautomat, Staubsauger und Föhn haben das zeitliche gesegnet. Wen wundert’s auch, wenn wir quasi nur noch im HomeOffice oder in der Ausgangsbeschränkung leben.

Aber bevor ich abschweife, was ich eigentlich sagen will: Wir haben alle Haushaltsgeräte lokal gekauft und wurden auch immer gut beraten. Ich käme ja gar nicht auf die Idee, eine defekte Kaffeemaschine über eine Onlinebestellung zu ersetzen. Das wären ja mindestens „Dauer der Bearbeitungs- und Lieferzeit“-Tage ohne Kaffee. Geht gar nicht!

Auf der anderen Seite hat’s mit dem Laptop in Sachen Beratung so überhaupt nicht geklappt. Mit dem Vertrauen in einen guten Service wollte ich auch den Laptop vor Ort kaufen. Daher hab ich mich online vorher auch nicht groß informiert, was es gibt und wie die Preise sind.

In Kürze: Das Gespräch war in weniger als 5 Minuten beendet, weil der Fachverkäufer mir erzählt hat, dass es genau dieses eine Produkt in dieser einen Konfiguration gibt, die zufällig gerade heute angekommen ist. Wann überhaupt der Hersteller andere Konfigurationen anbietet, weiß er auch nicht.

Das Ende der Geschichte, so leid es mir tut: So gern ich regional unterstütze, aber wenn der Verkäufer mir offensichtlich Lügen erzählt (oder gar keine Ahnung hat), nur um sein Produkt zu verkaufen, bestell ich es eben in der Konfiguration, die ich mir wünsche online – ganz ohne schlechtes Gewissen.

Zum Glück ist es keine Kaffeemaschine, denn die Lieferzeit für mein Wunschgerät beträgt 3 Wochen.

Das gute Gewissen

Eigentlich sollte ich eher sagen „das schlechte Gewissen“, das uns bei jeder Onlinebestellung beschleicht oder beschleichen sollte, wenn wir dasselbe Produkt eigentlich regional bestellen könnten.

Wir alle möchten doch mit einem guten Gewissen Abends ins Bett gehen. Bei meiner allabendlichen Frage, „was ich heute Gutes für andere getan habe“ kann ich dann ja richtig punkten. Lokal einkaufen ist eben gut für andere und gut fürs eigene Gewissen.

Ich wünsche mir viele „lokale super Einkäufer“ auf lokal kaufen!

Soziale und regionale Verantwortung

Wenn wir es nüchtern betrachten, ist das gute Gewissen, das WIR gerne haben möchten, ja primär eine eigennützige Sache. Im Vordergrund sollte doch stehen, dass wir in unserer Gemeinde oder in unserer Region (wenn wir tatsächlich etwas überregional denken) auch Verantwortung übernehmen müssen.

Wir können nicht nur schimpfen, wenn Läden schließen und Firmen abwandern. Wir müssen schon auch was dafür tun. Wir müssen unser Geld auch bei ihnen vor Ort lassen. Wenn wir unsere lokalen Geschäfte zum Teufel wünschen, weil sie vielleicht nicht alles im Laden haben oder zu teuer, zu unfreundlich oder was auch immer sind.

Wir wollen am besten alles vor Ort haben, aber nichts dafür tun. Uns muss bewusst sein, dass wir – auch wieder im eigenen Interesse – soziale und regionale Verantwortung haben.
Unsere regionalen Geschäfte sind Arbeitgeber, Steuerzahler und manchmal sogar Eventorganisatoren. Sie bereichern das Bild unserer Stadt oder Gemeinde.

Wir als Verbraucher und Käufer sind dafür verantwortlich, dass diese lokalen Geschäfte überleben können und weiterhin das Bild unseres Ortes positiv prägen.

Was ist unsere Aufgabe als Verbraucher?

Wir müssen handeln!

Natürlich rege ich mich auch auf, wenn ich schon 10 Minuten darauf warte, in der Fachabteilung bedient zu werden, aber die Kolleginnen im Verkauf mich gekonnt ignorieren und weiter ihr Schwätzchen halten. Na gut, dann gibt’s eben keine neuen Gardinen. Oder soll ich vielleicht doch lieber die von Ikea bestellen?

Verärgert gehe ich nach Hause. Aber eigentlich wäre doch auch nichts dabei gewesen, das Verkaufspersonal freundlich anzusprechen und um Hilfe zu bitten, oder? Da konnte ich aber auch nicht über meinen Schatten springen.

Mach den Mund auf!

Verbesserungsvorschläge – freundlich formuliert – sollten doch von jedem Geschäft dankbar angenommen werden.

Regionalität schätzen

Es gibt viele Faktoren, die unser Zuhause zu dem Ort machen, an dem wir uns wohl fühlen. Dazu gehört auch der nette kleine Laden oder das Café an der Ecke.

Um es zu erhalten, braucht es auch uns. Wir müssen loyal sein und die Regionalität schätzen. Ein Einkauf vor Ort ist ein kleiner Schritt. Aber wenn ihn viele gehen, kann er eine florierende Wirtschaft bei uns zu Hause schaffen.

so einzigartig wie unsere Heimat

Was erwarten wir im Gegenzug von unseren regionalen Geschäften?

Lassen wir die harten Fakten (wie Preis und Auswahl) außer Acht und kaufen trotzdem oder gerade aufgrund emotionaler und sozialer Verantwortung regional. In diesem Fall haben wir aber auch Wünsche an die Läden.

  • Seit kreativ!
  • Machen, statt jammern!
  • Sei online präsent!
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Deine Meinung

Ich tue Gutes und versuche die lokalen Geschäfte so gut es geht, zu unterstützen. Ich erwarte aber auch, dass die Läden gerade in dieser besonderen Zeit von Einschränkungen aktiv und kreativ werden. Verkäufern, die nur laut jammern, aber selber nichts tun, um ihr Geschäft anzukurbeln, stehe ich kritisch gegenüber. Sie sind nicht meine erste Wahl, wenn ich mal wieder auf der Suche nach einem Geschenk bin. Alle anderen versuche ich so gut es geht zu unterstützen und hoffe auch, dass du meine Meinung teilst.

Was denkst du über lokale Geschäfte mit Onlineshop? Nimmst du deine Verantwortung ernst und unterstützt die regionalen Läden oder kaufst du lieber bei den bewährten großen Onlinehändlern? Schreib deine Meinung im Kommentar!

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